Ein Gedanke zum Gründonnerstag - 18.4.2019

Ich möchte euch hier einen kurzen Gedanken mit auf den Weg geben. Es geht um die Fußwaschung an welche wir heute, am Gründonnerstag, gedenken.

In vielen Pfarrgemeinden ist es üblich, dass beim Gottesdienst am Gründonnerstag der Pfarrer oder der Diakon einigen Leuten die Füße waschen. Das tun sie als Erinnerung daran, dass auch Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat. Vor drei oder vier Jahren wurde ich und mein kleiner Bruder dann auch gefragt, ob wir uns die Füße waschen lasse wollen. Bevor wir dann zur Kirche gegangen sind, haben wir uns noch gründlich die Füße gewaschen, damit sie ja nicht stinken oder dreckig sind und wir uns nicht vor dem Pfarrer schämen müssen.

Ist es nicht oft auch so im übertragenem Sinn: dass wir nach außen hin den Schein wahren wollen, dass alles schön und sauber ist? Ja keine Schwäche oder Fehler zugeben! Dieser Druck, es so zu machen, nimmt immer mehr zu. Auch die sozialen Netzwerke unterstützen das: auf Facebook stellt man nur die schönen und glücklichen Momente rein. Dadurch bekommt man den Eindruck, dass die anderen Menschen perfekt sind und versucht sich dann so zu verstellen dass man auch so wirkt.Und auch weil das Internet nichts mehr vergisst, bemühen wir uns, ja nichts Schlechtes von uns preis zugeben.

Und wie ist das bei unserer Beziehung mit Gott? Zeigen wir ihm auch unsere Fehler und dunkle Seiten, oder tun wir so als wäre eh alles gut? Verstellen wir uns vor ihm, oder sind wir so wie wir sind? Nur wenn wir ehrlich zu ihm sind und ihm alles anvertrauen, kann er unseren Schmutz abwaschen. Wie Jesus den Schmutz seiner Jünger abgewaschen hat, so will er es auch mit uns machen.

Christoph Konzett

Newsarchiv | Links | Kontakt | Impressum |
Bischöfliches Priesterseminar der Diözesen Innsbruck und Feldkirch