Bischöfliches Priesterseminar der Diözesen Innsbruck und Feldkirch


In Glas gefasste Heilsgeschichte

Das Innere der großen Seminarkapelle wird wesentlich durch deren Glasgemälde bestimmt, die abgebildeten Gestalten lassen vor den Augen des Betrachters eine ganze Reihe von Szenen aus dem Neuen und Alten Testament erscheinen. Es handelt sich also um Bilder die das Heilswirken Gottes in wechselseitiger Beziehung zueinander darstellen. Im Vorraum werden die drei Weisen gezeigt, wie sie, mit ihren Gaben in den Händen, auf ihrer langen Suche nach dem König der Juden, endlich an ihr Ziele gelangen. Der Stern, dem sie von weither gefolgt waren, bleibt jetzt über dem Orte stehen, an dem Christus ist. Dies soll auf die Haltung verweisen, die jeder Mensch beim Durchschreiten dieses Vorraumes hat, indem gesagt wird: Wir haben ihn gefunden.

EMMAUS Entwurf von M. Häusle 1954 www.martin-haeusle.de Auf der Chorempore werden die Engelscharen gezeigt, so wie in Anlehnung an die Offenbarung, die dem auf dem Throne Sitzenden, zujubeln.

Im Hauptschiff wird rechts die Erschaffung des ersten Menschen gezeigt. Die Welt ist da bereits erschaffen. Als Krone und Mittelpunkt des Ganzen, geht da der Mensch aus Gottes Hand hervor. Diese Hand entlässt nicht ganz den Menschen, sondern sie hält ihn weiter, damit das Geschöpf nicht wieder ins Nichts zurückfällt. Der Mensch ist dieser Darstellung nach in die bereits erschaffene Welt gestellt, und man kann sehen, wie die Schöpfung in ihrer Fülle den Menschen umgibt. Das nächste Fensterpaar bringt das Thema der Sündenvergebung zum Ausdruck. Rechts ist das Vorbild unserer Sündenvergebung, nämlich, Maria als die Frau von der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupt (Offb 21,1ab). Darunter ist aber der Kampf zwischen den Engeln Gottes und dem Höllendrachen dargestellt. Links gegenüber wird die Heilung des Gelähmten abgebildet. Männer haben den Kranken durch die Dachziegel hindurch mitsamt seinem Bett mitten vor Jesus herabgelassen. Jesus sagt zum Gelähmten: „Mensch, deine Sünden sind dir vergeben“ (Lk 5). Im Sündenvergebungsmotiv ist das Sakrament der Buße symbolisiert.


Glasgemälde: Entwurf: Martin Häusle 1903-1966 www.martin-haeusle.de
Ausführung: Tiroler Glasmalerei und Mosaik-Anstalt Innsbruck 1954-55

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